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Editorial

Die Reformation zieht Kreise

Begonnen hat alles mit einer Entdeckung des Glaubens, aber die Reformation war längst nicht nur eine Glaubensbewegung, sie war eine Bildungsbewegung und hat Kreise gezogen hinein in Gesellschaft und Politik. Schon 1520 mit der Schrift „An den christlichen Adel deutscher Nation“ ruft Luther die politischen Machtträger auf, ihre gesellschaftspolitische Verantwortung wahrzunehmen. Dieser Herausforderung gilt es auch heute gerecht zu werden. Wie gesellschaftspolitische Verantwortung aus dem Geist der Reformation mit den Fragen der Wirtschaftsethik heute umzugehen hat, damit beschäftigt sich das Seminar mit Ulrich Duchrow „Globalisierung und Luthers Wirtschaftsethik“ auf der Burgruine Landskron, getragen von der Initiative „Wirtschaft im Dienst des Lebens“. Damit wird eine Dimension reformatorischen Glaubens thematisiert, die brandaktuell ist, aber in den Gemeinden noch wenig Widerhall gefunden hat.

Die Feierlichkeiten zum Reformationsjubiläum 2017 gehen langsam auf ihren Höhepunkt zu: in Wien das große Fest am Rathausplatz am 30. September, und in Kärnten die Uraufführung des Cesare Lievi Stückes „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“ im Stadttheater Klagenfurt und das große Reformationsfest im Villacher Congresshaus am 31. Oktober mit der Aufführung der „Reformationssymphonie“ von Felix Mendelsohn-Bartholdi.

Es bleibt zu wünschen, dass sich die beeindruckende Zahl der Feierlichkeiten nicht in kurzlebigen Events erschöpft, sondern nachhaltig weiter wirkt.

Ihr
Martin Müller, Akademieleitung