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Editorial

„Einen Schritt weiter. Mut zu meiner persönlichen Reformation.“

Was für eine Aufforderung! ICH? Sollen doch die anderen. Oft bewundern wir Menschen, die etwas aktiv in ihrem Leben verändern. Manchmal jedoch irritieren sie unseren eigenen Alltag. „ReformerInnen“ leben nicht re-aktiv. Ihr Tun geht weit über die Pflichterfüllungen und Fremdbestimmungen hinaus. In der Biografiearbeit bleiben wir mit „Erinnern – Entdecken – Entwerfen“ nicht in der „Nostalgiearbeit“ hängen, sondern werfen den Blick vom Vergangenen in die Gegenwart und können Weichen stellen für ein Morgen. „Das Leben kann nur rückblickend verstanden werden, es muss aber vorausschauend gelebt werden“, so der Religionsphilosoph Sören Kierkegaard. Die Ermutigung zur inneren Einkehr und Orientierung können wir uns aus Biografien zahlreicher Querdenkerinnen, Grenzgänger, Mystiker und Freiheitskämpferinnen holen, aber ebenso von unserer Nachbarin, die einen minderjährigen Flüchtling bei sich aufnimmt. Wie mutig! Jeder von uns kann Vorbild sein. Selbstverständlichkeiten hinterfragen. Tabus brechen. Sich auf den Weg zur eigenen Reformation machen.

GEO 1/2017 titelt „LUTHER. Wie ein Mutbürger die Welt verändert.“ Die heurige intensive Beschäftigung mit Martin Luther könnte jeder/jedem von uns Aufforderung sein, im eigenen Bereich vor sich her Geschobenes, Unzufriedenstellendes endlich anzupacken. Sei es eine Kleinigkeit, seien es größere Vorhaben oder wie wir, in der evangelischen Erwachsenenbildungsarbeit in Kärnten, uns auf einen Prozess der Veränderung einlassen und unsere diözesane Bildungsarbeit reformieren wollen. Ich lade Sie im Namen unseres Teams herzlich zu den zahlreichen Kultur- und Bildungsveranstaltungen in unserer Diözese ein, denn, wie schon Martin Luther 1524 an die Ratsherrn aller Städte deutschen Landes schrieb „Dummheit regiert, wenn Bildung krepiert!“. Wir sollten uns mutig und unserer Zeit angepasst weiterentwickeln, meint Ihre

Veronika Gaugeler-Senitza
Vorstandsmitglied der EAK
Koordinatorin der EAK 2000–2016

mit dem EAK-Team
Martin Müller, Manfred Sauer, Iris Staudacher-Allmann, Anita Zaucher, Alexander Hanisch-Wolfram, Thomas Reiter, Gudrun Jusner, Claudia Rosenwirth-Fendre